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Übersicht E-Renault ZOE Nr. 18.000.000 geht an Green City
03. November 2017

„Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren muss um Faktor fünf steigen“

Im Wechsel berichten die Herausgeber von klimaretter.info über energiepolitisch aktuelle Themen. Diese Woche spricht Jens Mühlhaus, Vorstand von Green City Energy, u.a. über die zukünftige EEG-Umlage, den Münchner Kohleausstieg und die Ergebnisse der dritten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik.

Keine staatliche Schützenhilfe für Industrierabatte

Die EEG-Umlage sinkt im kommenden Jahr trotz eines Milliardenüberschusses nur minimal, die Industrierabatte steigen dagegen weiter an. Jens Mühlhaus kritisiert den Vorschlag der Energiewirtschaft, künftig den Bund für diese Ausnahmen aufkommen zu lassen, da dadurch letztendlich der Steuerzahler zur Kasse gebeten werde. Dass sich Unternehmen von der Abgabe befreien lassen können, demonstriere Schlupflöcher in der Gesetzeslage zu Lasten der Endverbraucher, so Mühlhaus.

In diesem Zusammenhang bemängelt Mühlhaus auch die mangelnde Transparenz bei der Stromrechnung, wodurch die EEG-Umlage immer wieder fälschlicherweise bezichtigt werde, den Strompreis in die Höhe zu treiben.

Heizkraftwerks Nord für Stromversorgung nicht mehr benötigt

Mühlhaus spricht sich für ein vorzeitiges Abschalten des Heizkraftwerks Nord aus, über dessen Schließung die Münchner Bürger im November abstimmen. Er betont, dass das Kohlekraftwerk, welches mehr Kohlenstoffdioxid ausstößt als alle Münchner Autos und LKWs zusammengenommen, für die Stromversorgung nicht mehr benötigt werde. Die Abschaltung mache Platz für mehr Erneuerbare Energien. Mühlhaus weist aber auch darauf hin, dass vor allem in Bezug auf den Wärmesektor viel Handlungsbedarf bestehe, da das Kraftwerk auch ein mächtiges Fernwärmenetz der Stadt versorge. Die Versorgung mit regenerativen Alternativen wie Geothermie stelle eine große Herausforderung dar und für einen Umstieg bis 2022 müssen schnell Lösungen gefunden werden.

Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren muss um Faktor fünf steigen

Für das Erreichen der deutschen Klimaziele fordert Mühhaus die neue Regierung dazu auf, die Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren Energien um den Faktor fünf zu steigern. Als wichtigste Maßnahme nennt er die Modernisierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, sodass ein konstanter jährlicher Ausbau von mindestens 10.000 bis 12.000 Megawatt Windkraft und Photovoltaik gewährleistet ist. Laut Mühlhaus sei dies der einzige Weg, um den zeitgleichen Ausstieg aus Atom und Kohle und die Elektrifizierung der Mobilität zu ermöglichen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und volkswirtschaftlich von den Zukunftstrends zu profitieren.

Solarenergie entwickelt sich zur günstigsten Energieerzeugungsart

Überrascht zeigt sich Mühlaus über die Ergebnisse der dritten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik, da der Zuschlagswert erstmals unter fünf Cent pro Kilowattstunde gesunken ist. Er bedauert jedoch, dass die Ausschreibungsrunde deutlich überzeichnet war und wirft der Bundesregierung vor, den Durchbruch der Solarenergie zu blockieren.

Zum Interview mit Jens Mühlhaus

Lesen Sie mehr zum Kohleausstieg auf Green City Life

 

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