DE / EN / FR / IT Suche
Übersicht Mehr Windenergie in Hessen
19. Dezember 2017

Versäumnisse beim Ausschreibungsverfahren aber Positivtrend des Klimaschutz

Im Wechsel berichten die Herausgeber von klimaretter.info über energiepolitisch aktuelle Themen. Diese Woche spricht Jens Mühlhaus, Vorstand von Green City Energy, u.a. über den „One Climate Summit“ in Paris, die Versäumnisse beim Ausschreibungsverfahren für Wind und die Renaissance der Solarenergie in Europa.

Zahlreiche Ankündigungen auf dem One Climate Summit

Über den „One Climate Summit“, der am 12. Dezember in Paris stattfand, und den damit verbundenen Dialog über Klimaschutz, äußert sich Mühlhaus positiv. Er betont aber auch, dass auf die Inszenierung des französischen Präsidenten auch Taten folgen müssen. Entscheidend sei, dass sich Deutschland vom Feuer Frankreichs anstecken lasse und sich an der Arbeit an einem europäischen Klimaschutzfahrplan beteilige. Mühlhaus weist außerdem auf die Ironie der Entscheidung hin, den nächsten Klimagipfel in der polnischen Kohlehochburg Katowice zu planen.

Kritik an den Ausschreibungsverfahren für Wind an Land

Am Onshore-Ausschreibungsverfahren, das in der EEG-Novelle 2017 beschlossen wurde, äußert Mühlhaus scharfe Kritik. Obwohl der Höchstwert für Wind an Land nach oben korrigiert wurde, müssen viele aus der Branche aufgrund von unrealistisch tiefen Geboten ums Überleben kämpfen. Mühlhaus prognostiziert, dass Windenergie in Norddeutschland bis 2020 ohne Subventionen auskommen könne, vorausgesetzt, es erfolgt die erforderliche politische Kehrtwende.

Bau von Solar- und Winanlagen ist mittlerweile günstiger als alte Kohlekraftwerke weiter zu betreiben

Es gibt auch Positivmeldungen, beispielsweise die aktuellen Studie des Londoner Thinktanks Carbon Tracker zur Preisentwicklung von Solar- und Windkraftanlagen. Mühlhaus befürchtet jedoch, dass viele die Energiewende angesichts solcher Nachrichten für erfolgreich halten. Da Deutschland aber noch weit davon entfernt ist, seine Klimaziele zu erreichen, müsse die deutsche Regierung auf politischer Ebene für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Als zentrale Forderung nennt Mühlhaus dabei die Anhebung der Zubau-Leistungen für Erneuerbare-Energien-Anlagen in Deutschland.

Grund zur Freude gibt der Ausbau der Sonnenenergie in Europa. Für nächstes Jahr kündigen Experten einen Solarzuwachs von 35 Prozent an. Ganz vorne dabei ist Spanien, wo kürzlich 3.900 Megawatt Photovoltaik ausgeschrieben wurden, die bis 2019 zugebaut werden sollen.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Jens Mühlhaus

Nutzen Sie die aktuelle Marktentwicklung mit unserer neuen Solarimpuls-Anleihe

/* */